Kommt Nord Stream Unter US-Kontrolle Zurück?

Offiziell gilt die Ostsee-Pipeline Nord Stream seit der Sabotage im September 2022 als politisch erledigt. Doch Recherchen deuten darauf hin, dass im Hintergrund Gespräche über eine mögliche Wiederinbetriebnahme unter neuer Regie laufen. Europa spielt dabei bislang nur eine Zuschauerrolle. Der Anschlag auf Nord Stream 1 und 2 stoppte die russischen Direktlieferungen nach Deutschland abrupt. Die Ermittlungen konkretisieren sich: Der Bundesgerichtshof sieht dringende Gründe dafür, dass der ukrainische Staat den Anschlag initiiert und gesteuert hat. Im Zentrum der Hinterzimmer-Diplomatie steht das Szenario, dass Washington jenes Gas nach Europa bringen könnte, das es jahrelang verhindern wollte: russisches Gas unter amerikanischer Kontrolle. Dies wäre eine spektakuläre Kehrtwende der US-Politik. Der Wegfall günstigen Pipelinegases führte zu drastischen Preissteigerungen. Energieintensive Branchen wie Chemie oder Metall gerieten unter erheblichen Druck. Besonders die Region Ostdeutschland verlor ihre Basis als geplante Energie-Drehscheibe. Unabhängig von politischen Absichten zeigen US-Investoren konkretes Interesse am Kauf der angeschlagenen Vermögenswerte. Namen wie Stephen P. Lynch oder Gentry Beach werden gehandelt, die auf Übernahme und Reaktivierung der Infrastruktur abzielen. Die EU arbeitet derweil an Rechtsrahmen, die eine Rückkehr russischer Energie faktisch verhindern sollen. Trotzdem fordern deutsche Politiker wie Michael Kretschmer Gespräche zur Wiederaufnahme der Lieferungen angesichts der hohen Produktionskosten. Experten warnen: Die Energieinfrastruktur dient als Hebel in möglichen Friedensverhandlungen. Washington könnte Europa unter Druck setzen, ein Abkommen über die Pipeline zwischen Putin und Trump zu akzeptieren. Europa droht, die Deutungshoheit zu verlieren.